Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am 11. Februar den Haushalt 2026 mit deutlicher Mehrheit beschlossen. Der Plan weist im laufenden Jahr ein Defizit von 66 Millionen Euro aus, bildet aber zugleich die formale Grundlage für geplante Investitionen und den begonnenen Konsolidierungsprozess.
Haushalt als Grundlage für Investitionen und Stabilisierung
Mit dem Beschluss ist die Stadt nun berechtigt, notwendige Investitionskredite zu beantragen. Insbesondere sollen Mittel für Schulbauten und Kindertageseinrichtungen zur Verfügung gestellt werden. Zudem dient die Entscheidung als Voraussetzung für Gespräche mit der Regierung von Oberbayern über mögliche Bedarfszuweisungen, die die Haushaltslage entlasten könnten.
Oberbürgermeister Dr. Michael Kern bezeichnete die Haushaltsentscheidung als Zäsur für die Stadt und machte deutlich, dass ein nicht ausgeglichener Haushalt Ausdruck der angespannten Finanzlage sei. Gleichzeitig forderte er eine verantwortungsbewusste Fortsetzung des eingeschlagenen Konsolidierungskurses, um die Handlungsfähigkeit der Kommune zu sichern.
Spardisziplin, Einnahmestruktur und Prioritäten
Als Leitprinzipien nannte der Oberbürgermeister sorgsam wirtschaften, Verantwortung übernehmen und Zukunft sichern. Die bereits beschlossenen Konsolidierungspakete sollen konsequent umgesetzt werden. Neben Ausgabendisziplin kündigte die Stadtverwaltung strukturelle Anpassungen auf der Einnahmenseite an, unter anderem bei der Grundsteuer. Eine Erhöhung der Gewerbesteuer lehnt die Stadtführung ab mit Blick auf die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts.
Weiterhin hohe Priorität haben Investitionen in Schulen und Kindertageseinrichtungen. Auch die Sicherung der medizinischen Versorgung wurde betont. In diesem Zusammenhang ist eine standortübergreifende Medizinstrategie mit den Landkreisen geplant. Das Klinikum stellte der Oberbürgermeister als leistungsfähig und handlungsstark dar, trotz schwieriger Rahmenbedingungen. Zudem blieb soziale Stabilität ein zentrales Kriterium; Unterstützung für Bedürftige soll auch in wirtschaftlich angespannten Zeiten bestehen bleiben.
Kulturhaus Hämerbau und Ausblick
Zur Situation des Hämerbaus sagte der Oberbürgermeister, ein dauerhaftes Schließen wäre kulturpolitisch und stadtgesellschaftlich das falsche Signal. Eine Grundsanierung gilt als dringend erforderlich, ist finanziell derzeit aber kaum darstellbar. Deshalb prüfen Verwaltung und Stadtrat verschiedene bauliche Optionen, um eine tragfähige Perspektive für Stadttheater und Festsaal zu entwickeln.
Dr. Kern appellierte an den Stadtrat, den Konsolidierungskurs sachlich und geschlossen fortzusetzen. Er machte deutlich, dass die Haushaltsentscheidung nicht als Endpunkt zu verstehen sei, sondern als Ausgangspunkt für weitere Maßnahmen mit dem Ziel, Ingolstadt langfristig finanziell zukunftsfest aufzustellen. Die vollständige Haushaltsrede des Oberbürgermeisters ist auf der Webseite der Stadt unter www.ingolstadt.de/ob abrufbar.
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