Ingolstadt hat im Jahr 2025 einen deutlichen Anstieg der Verkehrsunfälle verzeichnet. Die Polizei registrierte 5.043 Unfälle, das entspricht einem Plus von 6,19 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei Pressevorträgen im März legten Ulrich Schäpe vom Amt für Verkehrsmanagement und Christian Petz von der Verkehrspolizei die Zahlen vor und wiesen auf die Zunahme von Unfällen mit Personenschaden hin.
Mehr Verletzte und drei Todesfälle
Die Zahl der Unfälle mit Personenschaden stieg auf 805 Fälle, ein Zuwachs von 6,62 Prozent. Insgesamt wurden 955 Personen verletzt, davon 93 schwer. Im Vorjahr waren es 912 Verletzte und 91 Schwerverletzte. Anders als 2024, als es keine tödlichen Unfälle gab, starben 2025 drei Menschen im Straßenverkehr. In einem Fall wurde als Ursache deutlich überhöhte Geschwindigkeit ermittelt. Bei zwei weiteren Fällen handelt es sich um Unfälle ohne Fremdbeteiligung, bei denen vermutlich plötzlich eintretende gesundheitliche Probleme zum Tod eines Fahrzeuginsassen und eines Radfahrers geführt haben.
Anstieg bei Radverkehr und Kleinstfahrzeugen
Besonders auffällig war der Anstieg der Unfälle mit Radfahrenden. Ihre Zahl stieg von 415 im Jahr 2024 auf 451 im Jahr 2025. Auch bei Nutzenden von Elektrokleinstfahrzeugen wurde ein Plus von 19,11 Prozent verzeichnet. Motorisierte Zweiräder ab 50 ccm waren mit einem Anstieg von 32,65 Prozent ebenfalls deutlich häufiger in Unfälle verwickelt. Ein Beitrag zu den steigenden Zahlen im Radverkehr ist laut Polizei das vermehrte Fahren unter Alkoholeinwirkung, das um 18,75 Prozent zunahm.
Häufige Unfallursachen und Ermittlungen
Als häufigste Ursachen nennen die Behörden zu geringen Sicherheitsabstand mit 35,2 Prozent, Fehler beim Abbiegen, Wenden oder Rückwärtsfahren mit 18,3 Prozent sowie Vorfahrtverstöße mit 16,3 Prozent. Christian Petz fasst die Lage so zusammen, dass mangelnde Aufmerksamkeit weiterhin eine zentrale Ursache vieler Verkehrsunfälle ist und damit die Bedeutung konzentrierten Verhaltens im Straßenverkehr unterstreicht.
Tempo 30 am Audi Ring und verstärkte Kontrollen
Als positive Entwicklung werten die Verantwortlichen die Einführung eines Tempo 30 Limits am Audi Ring im Dezember 2024. Dort sank die Zahl der registrierten Unfälle von 87 auf 53 Fälle, ein Rückgang um 39,08 Prozent. Auch die Unfälle mit Verletzten gingen um 36 Prozent zurück. Die Stadt führt die Verbesserung auf die niedrigeren gefahrenen Geschwindigkeiten zurück, die Reaktionszeiten erhöhen und Gefahrensituationen seltener entstehen lassen.
Auf die gestiegenen Unfallzahlen im Bereich Radverkehr und E Scooter hat die Polizei bereits mit verstärkten Kontrollen reagiert. Besonders in der Innenstadt werden Alkoholtests, die Beobachtung von Geisterradlern, die Ahndung von Rotlichtverstößen sowie die Kontrolle der Nutzung von Mobiltelefonen während der Fahrt intensiviert. Bei sogenannten Fahrradkontrolltagen Ende April soll besonderes Augenmerk auf diese Regelverstöße gelegt werden. Zudem sprechen Einsatzkräfte gezielt mit auffälligen Verkehrsteilnehmenden, um präventiv für mehr Rücksichtnahme und regelkonformes Verhalten zu werben.
Die Behörden kündigten an, die Entwicklung weiter zu beobachten und Maßnahmen auf Grundlage der Unfallanalysen fortzusetzen.
Quelle anzeigen


