Am Samstag, dem 20. Juni 2026, füllt die Lange Kunstnacht die Augsburger Innenstadt mit mehr als 200 einzelnen Programmpunkten an rund 50 Spielorten. Unter dem Motto #übersinnlich stehen in Kirchen, Museen, Arkaden und öffentlichen Plätzen Themen wie Geheimnis, Verborgensein und das Gespenstische im Fokus. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr mit einem Eröffnungskonzert in St. Anna.
Programm und Ablauf
Nach dem Eröffnungskonzert der Philharmoniker des Staatstheaters Augsburg laufen zwischen 19 Uhr und Mitternacht an verschiedenen Orten der Innenstadt Programme im Viertelstundentakt. Die einzelnen Beiträge dauern meist 30 Minuten. Besucherinnen und Besucher mit einer Eintrittskarte können beliebig viele Kurzprogramme besuchen. Angeboten werden Musik in unterschiedlicher Besetzung und aus mehreren Epochen, Literaturlesungen, Tanz und Theater, Performance, bildende Kunst sowie Führungen und Ausstellungen. Fast alle Museen der Stadt sind geöffnet und mit dem Kunstnacht Ticket frei zugänglich.
Thematischer Schwerpunkt und ausgewählte Beiträge
Das Motto verbindet musikalische, literarische und performative Annäherungen an das Übersinnliche. Das Eröffnungskonzert in St. Anna widmet sich der Opernwelt des 17. und 18. Jahrhunderts und bringt Werke von Purcell, Händel, Gluck, Haydn und Mozart. Im Maximilianmuseum führen Ensembles und Erzählformate Sagen, Legenden und volkstümliche Geschichten zusammen. Weltmusik und spirituelle Traditionen begegnen einander zum Beispiel in Aufführungen mit brasilianischen Candomblé-Elementen und Sufi-Klängen.
Vokale Programme greifen nordische Mythen, Trolle und Elfen auf. Das Augsburger Vokalensemble, das Collegium Vocale, der Frauenchor Coro degli Angeli und Vox Augustana präsentieren Programme mit Stimmstücken zwischen nächtlicher Stille und geheimnisvollen Landschaften. Im Planetarium stehen Mythen, Horoskope und Sterndeutung neben wissenschaftlichen Perspektiven zu den Sternen. Zu den weiteren Formaten gehören unter anderem eine Aufführung von Beethovens sogenanntem Geistertrio, Jazzimprovisationen, ein Blindkonzert zum konzentrierten Hören, Alphornklänge im Glaspalast und Vokalimprovisationen mit Bezug zu Klosterklängen.
Literatur, Geschichte und neue Medien
Die Programmpalette reicht von historischen Rekonstruktionen bis zu zeitgenössischen Zugängen. Eine Musikwissenschaftlerin rekonstruiert lokale Kriminalfälle des 18. und 19. Jahrhunderts, darunter die Geschichte des sogenannten Mädchenschneiders. Lesungen greifen lokale Sagen und phantastische Erzählungen auf. Am Staatstheater zeigt ein VR Theaterstück Bezüge zu E.T.A. Hoffmann. Ein weiterer Beitrag setzt sich mit dem Werk von H. P. Lovecraft auseinander. Dazu kommen thematisch passende Führungen und Ausstellungen zu Jenseitsvorstellungen und Aberglauben.
Lichtinszenierungen und Abendprogramm
Mit Einbruch der Dunkelheit bestimmen Licht und Schatten das Stadtbild. Geplant sind Schattenprojektionen, Schwarzlichtinszenierungen, japanischer Ausdruckstanz und Akrobatik. Eine große Straßentheaterperformance mit leuchtenden Figuren bildet einen visuellen Höhepunkt. Nach Mitternacht klingt der Abend mit verschiedenen musikalischen Formaten aus. Jazz, Swing und Bluegrass sind Teil des späten Programms und runden die Themen des Abends in musikalischer Form ab.
Organisation, Zugang und Kosten
Die Lange Kunstnacht ist Teil des Augsburger Stadtsommers und wird von einer Reihe langjähriger Partner und Förderer getragen. Zu den Unterstützern gehören Sparkasse und Stadtwerke Augsburg, das Staatstheater Augsburg, die Kunstsammlungen und Museen der Stadt sowie regionale Tourismusakteure, Kirchengemeinden, Museen und Kulturvereine.
Tickets sind seit Dienstag, dem 12. Mai 2026 im Vorverkauf erhältlich. Vorverkaufspreis und Onlinepreis liegen bei 20 Euro beziehungsweise 18 Euro ermäßigt. An den Abendkassen kostet das Ticket 22 Euro beziehungsweise 20 Euro ermäßigt. Für das Eröffnungskonzert wird ein Aufpreis von 4 Euro erhoben. Abendkassen werden an mehreren Veranstaltungsorten betrieben, darunter das Rathaus, der Kleine Goldene Saal, das Schaezlerpalais, das Maximilianmuseum, die Kresslesmühle, Evang. St. Ulrich, St. Anna im Kreuzgang, das Römerlager und die Kunsthalle im Glaspalast.
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