Mittwoch, 09.09.2026

UnserIngo24: Gute Radwege sind keine Politik gegen Autofahrer

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UnserIngo24. Die redaktionelle Meinung zu Ingolstadt.

Verkehrsdebatten werden schnell grundsätzlich. Sobald neue Radwege diskutiert, Fahrspuren verändert oder Verkehrsflächen neu verteilt werden, entsteht oft der Eindruck, es gehe um ein Gegeneinander: hier die Autofahrer, dort die Radfahrer.

Diese Sichtweise hilft Ingolstadt nicht weiter.

Eine funktionierende Stadt braucht unterschiedliche Verkehrsarten. Viele Menschen sind auf das Auto angewiesen, andere fahren mit dem Fahrrad, nutzen den Bus oder gehen zu Fuß. Gute Verkehrsplanung sollte deshalb nicht versuchen, eine Gruppe gegen die andere auszuspielen. Sie sollte dafür sorgen, dass möglichst viele Wege sicher, zuverlässig und sinnvoll zurückgelegt werden können.

Gerade Radwege sind dabei kein Selbstzweck.

Wenn Radverbindungen durchgängig, übersichtlich und sicher gestaltet sind, profitieren nicht nur Menschen auf dem Fahrrad. Jeder Weg, der freiwillig mit dem Rad statt mit dem Auto zurückgelegt wird, kann Straßen entlasten und Parkdruck reduzieren. Das hilft am Ende auch denen, die weiterhin auf das Auto angewiesen sind.

Problematisch wird es dann, wenn Verkehrsplanung nur symbolisch wirkt. Ein kurzer Radweg, der plötzlich endet, eine unklare Führung an einer Kreuzung oder eine Strecke, die zwar auf dem Papier existiert, aber im Alltag kaum nutzbar ist, schafft weder Akzeptanz noch Sicherheit.

Ingolstadt braucht deshalb keine möglichst große Zahl an Radweg-Kilometern. Die Stadt braucht ein nachvollziehbares Netz, das wichtige Ziele miteinander verbindet.

Dazu gehören Wohngebiete, Schulen, Arbeitsplätze, Einkaufsmöglichkeiten, Freizeitziele und die Innenstadt. Wer Menschen dazu bringen möchte, häufiger das Fahrrad zu nutzen, muss ihnen eine Verbindung anbieten, die im Alltag tatsächlich funktioniert.

Genauso wichtig ist aber Ehrlichkeit in der Debatte. Verkehrsraum ist begrenzt. Neue Lösungen können bedeuten, dass Flächen anders verteilt werden müssen. Darüber darf gestritten werden. Entscheidend ist nur, dass nicht jede Veränderung automatisch als Angriff auf eine bestimmte Gruppe verstanden wird.

Nicht jeder Autofahrer möchte immer Auto fahren. Nicht jeder Radfahrer verzichtet grundsätzlich auf ein Auto. Die meisten Menschen entscheiden je nach Strecke, Wetter, Zeit und persönlicher Situation.

Genau daran sollte sich Verkehrsplanung orientieren.

Je attraktiver die verschiedenen Möglichkeiten sind, desto größer ist die Wahlfreiheit. Eine Stadt, in der Menschen kurze Wege sicher mit dem Fahrrad zurücklegen können, zwingt niemanden zum Radfahren. Sie schafft lediglich eine zusätzliche realistische Option.

Ingolstadt sollte Mobilität deshalb weniger ideologisch und stärker praktisch betrachten. Gute Straßen, verlässlicher Nahverkehr, sichere Fußwege und funktionierende Radverbindungen schließen sich nicht gegenseitig aus. Sie gehören zusammen.

UnserIngo24 meint: Gute Radwege sind keine Politik gegen Autofahrer. Sie sind Teil einer Verkehrsplanung, die Ingolstadt für alle beweglicher machen kann.

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