Regensburg hat die bundesweite Eröffnung des UNESCO Welterbetags 2026 ausgerichtet und zugleich das 20 Jahre dauernde Bestehen der Welterbestätte Altstadt Regensburg mit Stadtamhof gewürdigt. Am ersten Juniwochenende zog das Programm mehr als zehntausend Besucherinnen und Besucher an und verknüpfte Feierliches, Vermittlung und partizipative Angebote in der historischen Innenstadt.
Eröffnungsveranstaltung und Besucherresonanz
Im Zentrum der Veranstaltungen standen die Meile des Welterbes am Marc Aurel Ufer und ein Markt auf dem Haidplatz, ergänzt durch ein Indoorprogramm im Salzstadel und Präsentationen auf einem Museumsschiff. Die hohe Zahl der Teilnehmenden spiegelte sich auch in einem schnell ausgebuchten kostenlosen Führungsangebot sowie in vollen Rängen beim Festakt im Historischen Reichssaal wider.
Die Organisatoren nutzten die Eröffnung nicht nur zur Feier, sondern auch zur inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem Erbe. So wurden in mehreren Aktionen die Themen Flößerei, Bauhüttenwesen und die Bedeutung des Donaulimes als zweiter Regensburger Welterbetitel gezeigt. Eine Aktion mit Friedenstauben richtete sich explizit an die ukrainische Partnerstadt Odessa und knüpfte an das Motto des Welterbetags Gemeinsam für Frieden und Verständigung an.
Angebote zum Mitmachen und Vermitteln
Die Veranstaltung setzte auf Niedrigschwelligkeit und Interaktion. Historische Darsteller boten Einblicke in das mittelalterliche Leben, Kinder und Jugendliche konnten an Bastelaktionen teilnehmen oder die interaktive Bodeninstallation Salzsammler ausprobieren. Die Jugendbauhütte demonstrierte traditionelle Handwerkstechniken und machte sichtbar, wie immaterielles Kulturerbe weitergegeben wird.
Weitere Programmpunkte reichten vom Mikroskopieren von Donauwasser über eine Duftreise durch die Altstadt bis zu einem Sprach Café. Auch Initiativen zur Inklusion waren vertreten, unter anderem Phoenix e V, und lokale Klimaaktivitäten wurden vorgestellt. Ziel der Angebote war laut Veranstaltern, Welterbe nicht nur zu bewahren, sondern erlebbar und anschlussfähig für unterschiedliche Zielgruppen zu machen.
Markt der Welterbestätten und Präsentationen
Auf dem Haidplatz präsentierten sich zahlreiche deutsche Welterbestätten und boten Einblicke in ihre spezifischen Themenwelten. Zu sehen waren Standpunkte unter anderem zu Wallfahrtskirche Die Wies, zum jüdischen Erbe in Erfurt, zur Wartburg, zu Hildesheim, Weimar, Quedlinburg und zu Stätten in Bremen, Bayreuth und Würzburg. Vertreten waren zudem Netzwerke wie die Deutsche UNESCO Kommission und der Verband der deutschen Welterbestätten.
Im Salzstadel ergänzten künstlerische Mitmachaktionen und ein Welterbe Kino das Freiluftangebot. Besucherinnen und Besucher konnten an einer Videostation Gedanken zum Welterbe teilen und eigene Buttons gestalten. Die Mischung aus Information und interaktiven Formaten sollte das Thema für unterschiedliche Altersgruppen zugänglich machen.
Festakt und politische Würdigung
Beim Festakt im Historischen Reichssaal würdigten Vertreterinnen und Vertreter von UNESCO und Politik die Bedeutung des Welterbes für internationale Verständigung. Die Präsidentin der Deutschen UNESCO Kommission hob die Rolle von Welterbestätten für den Austausch hervor. Der Bayerische Finanz und Heimatminister betonte, der Welterbetag mache das Erbe der Menschheit in ganz Deutschland sichtbar und stelle Regensburg als lebendigen Kulturerbe Standort in den Fokus. Der Oberbürgermeister von Regensburg bezeichnete das Welterbe als identitätsstiftend für die Stadt.
Musikalisch wurde der Festakt vom Mädchenchor der Regensburger Domspatzen begleitet. Insgesamt zeigten die Veranstaltungen die Bandbreite von Denkmalpflege über kulturelle Vermittlung bis zu touristischer Nutzung und boten zahlreiche Anknüpfungspunkte für eine Debatte darüber, wie historische Stätten künftig zugänglich und nachhaltig gestaltet werden können.
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